Im Rahmen eines Projektes des Kulturjahres 2020 beschäftigte sich das Kinderbüro - die Lobby für Menschen bis 14 mit dem Thema Zukunftsmobilität aus der Sicht von Kindern.

Foto ©iQ-Foto, Thomas Leibetseder

Aus den Ideen von über 60 Kindern wurde nun der erste Teil eines Gemeinschafts-Kunstwerkes in Form eines Graffitis verwirklicht: Gemeinsam mit dem Künstler Gernot Passath wurden die Zukunftsvisionen der Kinder an eine Wand der Siemens Mobility Austria GmbH in der Köflachergasse gesprayt.

Schüler_innen aus Graz und Umgebung - die zukünftigen Akteur_innen des urbanen Lebens - wurden angeregt sich mit den Entwicklungen von Mobilität in der Stadt zu befassen, sich als aktive Gestalter_innen der eigenen Lebenswelt wahrzunehmen, und ihre Visionen zur Mobilität im Jahr 2045 auf Papier zu bringen. Eine Auswahl wird Teil eines großen Graffitis in Graz.

Wie sich Kinder die Zukunft der Mobilität vorstellen

Die Ideen und Visionen reichten von Magnetschwebebahnen, über Bubblerunners bis hin zu unterschiedlichsten Fortbewegungsmitteln in allen Sphären. Die beteiligten Kinder stellen sich Mobilität im Jahr 2045 aber vor allem umwelt- und klimafreundlich, leise, schnell, einfach, sicher, lustig und bunt sowie praktisch, wandelbar und anpassungsfähig für alle Personen und Situationen vor.

Vor allem die Art des Antriebs der Fortbewegungsmittel wurde bei der Befragung und Beschreibung zu den Entwürfen immer wieder Thema. Aus Kindersicht sollte dieser so konzipiert sein, dass Umwelt, Klima, Mensch und Tier davon nicht mehr negativ beeinflusst werden. Beispielsweise könnte der eigene Haushaltsmüll in Energie umgewertet und somit direkt für den Antrieb eines Fortbewegungsmittels herhalten.
Was die Kinder an der momentanen Mobilität im städtischen Raum besonders stört sind der Lärmpegel, Stau und verbundene Wartezeiten, Gefahrensituationen, Abgase und der Schaden der damit bei der Umwelt angerichtet wird.

Stimmen zum Projekt

Stadtrat für Kultur Dr. Günter Riegler meint zu dem Projekt: “Das Kulturjahr 2020 hat den großen Anspruch alle Grazerinnen und Grazer gleichermaßen zu berühren, sie aktiv in die Fragen des zukünftigen Zusammenlebens in der Stadt einzubinden und ihre Vorstellungen und Visionen sichtbar machen. Das Projekt „Mobilität im urbanen Raum in 25 Jahren“ des Kinderbüros beteiligt Kinder und Jugendliche und lässt sie Fragen aus ihrer Sicht beantworten. Ihre Inhalte werden hier in der Köflachergasse sichtbar und sollten auch bei Entscheidungsträgern Berücksichtigung finden.”

Graz Kulturjahr 2020 Programmmanager Mag. Christian Mayer sieht unsere Gesellschaft, unsere Lebenswelt, unsere Stadt in einem ständigen Wandel: “Wie wollen wir leben? Fragen, auf die das Kulturjahr 2020 der Stadt Graz eingeht. Die Vielfalt der Projekte ist einzigartig. Das Projekt „Mobilität im urbanen Raum in 25 Jahren“ lässt die Kinder in bildnerischer Form zu Wort kommen. Wie visionieren sie unsere Stadt und speziell ihre Mobilität in 25 Jahren?”

Für die Umsetzung des Projekts konnte die Siemens Mobility Austria gewonnen werden. Sie stellt die Wand zur Verfügung, auf der das Gesamtkunstwerk verwirklicht wird. “Das Siemens Mobility Weltkompetenzzentrum Graz ist nicht nur historisch fest in Graz und der Steiermark verankert, sondern setzt sich auch intensiv mit neuen zukunftsweisenden Innovationen und Visionen der Schienenfahrzeug Industrie auseinander. Was vor 165 Jahren als Wagenschmiede begann, entwickelt und liefert heute Hightech-Drehgestelle für Lokomotiven, Straßenbahnen, Metros, Regional- sowie Hochgeschwindigkeitszüge für den globalen Markt. Mit Blick in die Zukunft freut es uns umso mehr, dass sich die heutige Jugend Gedanken über die Mobilität der Zukunft und nachhaltige und klimaneutrale Mobilitätslösungen macht, so Dr. Stefan Erlach, Standortleiter und Head of Bogies der Siemens Mobility Austria GmbH.

„Für uns als Kinderbüro steht immer die Frage im Vordergrund wie sehen Kinder, die zukünftigen Erwachsenen, ihre Themen, ihre Stadt? Wie stellen sie sich Mobilität im zukünftigen Graz vor? Dieser Frage ist unser Projekt nachgegangen und hat sie Kinder auf künstlerische Art und Weise beantworten lassen. Die Ergebnisse werden derzeit und im Frühjahr 2021 eine bisher graue Fläche mit Farbe und Visionen bunt erstrahlen lassen. So bunt, wie unsere und ihre Stadt zukünftig vielleicht werden wird.“, zeigt sich MMag. Thomas Plautz, Geschäftsführer des Kinderbüros optimistisch.

Direkte & indirekte Zitate der Kinder

“Ich möchte, dass sich viele Leute diese Wand ansehen, vielleicht denken die Erwachsenen mal nach, dass wir Kinder gar nicht so schlechte Ideen haben. Sie können sich dann überlegen wie unsere Ideen umgesetzt werden können.” Ella (12) und Alyssa (14)

Mobilität in der Luft hätte beispielsweise den Vorteil, dass nicht mehr so viele Straßen benötigt werden und zum Beispiel mehr Platz für Spielplätze und Häuser zur Verfügung steht.

David und Thomas zum bunten Kunstwerk: “Es ist schön! Wir hätten uns nicht gedacht, dass es uns so gut gelingt und sprayen so lustig ist!”

Wie geht es weiter?
Im Frühjahr 2021 wird der zweite Teil des Graffitis gesprayt.

INFOS ZUM PROJEKT

GRAZ KULTURJAHR 2020

Lassen wir die Bäume wachsen.