Preisträgerin Ilse Schmid (Bildmitte) mit Landesrätin Ursula Lackner und Kinderbüro Vorstandspräsident Gerhard Fruhmann
Preisträgerin Ilse Schmid (Bildmitte) mit Landesrätin Ursula Lackner und Kinderbüro Vorstandspräsident Gerhard Fruhmann

 

Ob sich Ilse Schmid auf Gesetzgebungsebene oder für Anliegen Einzelner engagiert, das Wohl des Kindes steht für sie immer im Vordergrund.  Seit mehr als 30 Jahren setzt sich die Präsidentin des Steirischen Landesverbandes der Elternvereine für eine kinderfreundliche Gesellschaft ein.

Als Mutter eines Volksschulkindes stellte Ilse Schmid in den 80er-Jahren bald Verbesserungsbedarf in den Schulen fest und beteiligte sich an Demonstrationen in Graz für eine „Kinderfreundliche Schule“ Sie wurde Gründungsmitglied der „Plattform für eine kinderfreundliche Gesellschaft“  zur Verbesserung der Lage der Kinder in der Steiermark, der über 30 Organisationen angehörten.

Zu den größten Erfolgen ihres Wirkens zählt das Volksbegehren zur Senkung der SchülerInnenzahl (von 30 in Volksschulen und 30 in der Sekundarstufe 1) auf 25 SchülerInnen pro Klasse im Jahr 1989*. Als Zustellungsbevollmächtigte holte sie damals tausende Unterstützungserklärungen aus ihrem Postkasten. Stolz ist sie ebenfalls auf ihre Erfolge bezüglich der Unterrichtsgarantie, die 2005 ins Bundesgesetz aufgenommen wurde. „Unterrichtszeit ist wertvoll! Das Entfallen von Unterrichtsstunden ohne Ersatz war für Kinder und auch für deren Eltern von großem Nachteil!“ Auch zum Thema Schulgeldfreiheit setzte sich Schmid ein: So wurde die in der Praxis häufig bestehende Zahlungspflicht für Unterrichts-Angebote durch Externe wie „Native speaker“ durch Erlässe und Rundschreiben unter Hinweis auf die Verfassungsbestimmung zur „Schulgeldfreiheit“ ausdrücklich untersagt, und auf freiwillige Beiträge umgeändert.

 

„Manchmal braucht es mehr als rechtliche Beratung.“
Ilse Schmid erinnert sich an viele Einzelfälle, in denen sie ihren Schreibtisch verließ und Hilfe vor Ort leistete. Sei es für die Installierung eines Sonderpädagogen für einen Schüler mit besonderem Bedarf, der heute aufgrund der gezielten Förderung studieren kann, oder einzelne LehrerInnen, die „zum Fürchten waren“ und gegen deren fragwürdigen Unterrichtsmethoden vorgegangen werden musste. Unzählige Male vermittelte sie im Sinne der Kinder zwischen Eltern und Schulen.

 

„Selbstständig werden braucht Zeit!“
Zum Jahresmotto „Kind sein braucht Zeit“ fällt Schmid das verstärkte selbstständige Arbeiten in den Volksschulen ein. Ihrer Meinung nach führt dieses oft zu Überforderung der Kinder. Sie wünscht sich mehr Leitung und Begleitung durch die LehrerInnen, den Kindern sollte für die Entwicklung der Selbstständigkeit mehr Zeit zugestanden werden.
Eltern, die die Fähigkeiten und schulische Entwicklung ihrer Kinder fördern möchten, empfiehlt sie sich Zeit für gemeinsame Aktivitäten zu nehmen: „Der Unterricht muss nicht zuhause fortgesetzt werden. Gemeinsame Ausflüge, Sport, Basteln und Ähnliches sind nicht nur der allgemeinen kindlichen Entwicklung zuträglich, sondern auch der Beziehung zwischen Eltern und Kind.“

 

Neben der Begutachtung von Gesetzesvorhaben und den Agenden der Präsidentschaft ist Ilse Schmid immer noch am Telefon für einzelne rechtliche Auskünfte und Anfragen von Eltern aller Art erreichbar – bei Bedarf begleitet sie diese sogar noch zu Elterngesprächen in die Schule.

Das Kinderbüro gratuliert herzlich! Die Ehren-TrauDi! wird jährlich im Rahmen der Gala der Kinderrechte an besondere Menschen im Einsatz für Kinder vergeben.

Steckbrief Ilse Schmid

 

* Auch wenn durch das Bildungsreformgesetz diese Klassenschülerzahlen aus dem Schulorganisationsgesetz gestrichen wurden, so bilden diese immer noch die Grundlage für die Zuteilung der Lehrerstunden.

Kind sein braucht Zeit!