Bundesminister Dr. Faßmann hat zu „Milde“ aufgerufen. Elternverbände fordern eine „situationsangepasste Notengebung“. Auf jeden Fall stellt die Notenfindung für das anstehende Semester viele Lehrer und LehrerInnen vor neue Herausforderungen.

Welche Bedeutung hat diese kommende Beurteilung für Schülerinnen und Schüler?
Für viele von ihnen ist sie entscheidend für die nächsten Schritte in ihrer Bildungsbiografie.

Für Schülerinnen und Schüler, die einen Schulwechsel geplant haben, entscheidet das Zeugnis bzw. die Schulnachricht über die nächsten Bildungsschritte. Diese Bewertung bildet die Grundlage für den Übertritt in weiterführende Schulen. Sie kann Chancen eröffnen oder Türen schließen und bedeutet für die berufliche und persönliche Zukunft eine entschiedene Weichenstellung.

Wir regen dazu an, die Entwicklung der Schüler*innen nicht nur bezüglich des gelernten Stoffs laut Lehrplan in die Noten einzubeziehen, sondern auch in Bezug auf erlangte digitale Kompetenzen, soziale Fähigkeiten, Fortschritte in der Selbstorganisation oder andere entwickelte Fähigkeiten.

Wo es möglich ist, sollte das offene Gespräch mit den Kindern und Jugendlichen gesucht werden, gegebenenfalls auch bei den Eltern aktiv nachgefragt und vor allem die weitreichenden Folgen für die individuelle Bildungsbiografie berücksichtigt werden.

An den Bildungsminister bzw. die zuständigen Stellen leiten wir die Bitte weiter, den Ausdruck „Milde“ zu konkretisieren und zu verschriftlichen. Einige Pädagoginnen sind sich nicht sicher, inwieweit sie an Appelle aus dem TV weisungsgebunden sind bzw. wie diese Milde praktisch umsetzbar ist.

MMag. Thomas Plautz,
Geschäftsführung Das Kinderbüro – Die Lobby für Menschen bis 14
Graz, 21.1.2021

Frischluft tut uns allen gut.