Ein Quäntchen Humor und alles geht leichter. Diese Erfahrung haben wir sicher schon alle gemacht. Gerade jetzt, wenn uns die Herausforderungen über den Kopf wachsen und alles schon zu viel ist, nehmen wir uns eine kurze Auszeit und lachen wieder einmal herzhaft wie ein Kind!

Kinder als Vorbilder

Kinder sind uns beim Lachen um ein Vielfaches Voraus: Kinder lachen bis zu 400 mal am Tag! Erwachsene kommen im gleichen Zeitraum auf nur 15- bis 20-mal. Dabei brauchen Kinder auch Erwachsene, die die Dinge mit Humor und Gelassenheit angehen können.

Welcher Lachtyp sind Sie?

Ich selbst lache zum Beispiel sehr gerne, viel und auch recht laut, was manche Menschen lustig oder auch befremdlich finden. Mein Mann wiederum ist ein guter Schauspieler und schneidet gerne Grimassen, um andere zum Lachen zu bringen.

Jeder Mensch hat seinen eigenen Humor und seine eigene Art zu lachen. Beobachten Sie auch einmal, ihre Mitmenschen bezüglich Lachen und welcher Lachtyp sind Sie selbst? Lachen Sie leise, laut, haben Sie nichts zu lachen, lachen sie oft und gerne, mögen Sie es zu lachen oder wenn andere lachen?

Lachen tut einfach gut!

  • Beim Lachen schaltet das Hirn ab, Denken ist während des Lachens nicht möglich.
  • Viele Muskeln werden beansprucht und trainiert. Wer kennt das nicht, dass einem nach ausgiebigem Lachen alles weh tut.
  • Lachen bewirkt tiefes Atmen und versorgt den Körper mit frischem Sauerstoff.
  • Tiefes Atmen entspannt Körper und Seele.
  • Beim Lachen schüttet der Körper das Glückshormon Serotonin aus.
  • Lachen stärkt das Immunsystem.

Alle diese Faktoren tragen dazu bei, dass wir uns wohler, fitter und entspannter fühlen und so mancher Ärger wie von selbst verfliegt.

Auch wenn wir „gekünstelt“ lachen, wie das beispielsweise bei Lachyoga bewusst mit speziellen Übungen hervorgerufen wird, wirkt sich das positiv auf unseren Körper und auf unsere Seele aus. Der Körper kann nicht zwischen echtem und künstlichem Lachen unterscheiden. Bereits das Anheben der Mundwinkel hat schon einen positiven Effekt.

Dem indischen Arzt Madan Kataria fiel auf, dass wir beim Lachen ganz von selbst tief atmen. Tiefes Atmen entspannt und trägt dazu bei, negativen Stress abzubauen. So kreierte er in den 90er-Jahren eine spezielle Form des Yoga, das Lachyoga.

Lachyoga (Hasya Yoga), das Yoga der Freude

Herr Kataria hat lustige pantomimische Übungen entwickelt, von denen ich ein paar vorstellen möchte. Probieren sie es einfach aus, auch wenn sie sich doof dabei vorkommen. Sie werden sehen mit der Zeit wird es einfacher und sie bekommen Lust sich immer wieder eine kurze Auszeit mit Lachen zu gönnen. Auch wenn Sie über sich selbst lachen können, fällt vieles leichter und so manche dunkle Wolke im Kopf löst sich plötzlich auf.

Vielleicht können Sie auch jemanden aus Ihrem Haushalt dafür gewinnen mit Ihnen die Lachyoga Übungen auszuprobieren. Für Jugendliche ist Lachyoga nicht geeignet, aber für Kinder, bis etwa zum Anfang der Pubertät. Bitte aber immer auf freiwilliger Basis!

Lachyogaübungen:

Durch die Übungen wird künstliches Lachen angeregt, bis es mit der Zeit ins echte Lachen übergeht.

Folgende Übungen, sollen uns zum Lachen anregen:

  • Gut, um sich einzulachen: Es ist kalt, das Auto ist fast eingefroren und der Motor braucht lange zum Starten. Das geht dann so: H…haha…haha…hahaha jetzt startet der Motor.
  • Scheues Lachen: Hände vor das Gesicht und lachen, hihi, haha, hihi, haha – Hände vom Gesicht weg und ernst schauen – dann wieder die Hände vor das Gesicht und lachen und so weiter
  • Lachen und Weinen: Sich beugen, mit den Händen hinunter streichen und ääää sagen, als ob man grantig wäre und dann wieder hoch und lachen
  • Löwenlachen: Zunge heraushängen lassen, die Hände sind wie Tatzen neben dem Kopf und bewegen sich greifend und dabei abwechselnd brüllen und lachen
  • Hühnerlachen: Fäuste machen und diese unter die Achseln stecken, die abgewinkelten Arme wie Flügel bewegen und lachen und gackern wie ein Huhn
  • Pinguinlachen: Sich mit ausgedrehten Fußspitzen gerade hinstellen, dann aufeinander zu watscheln oder wenn sie alleine üben nach vorne und zurück watscheln und dabei mit hoher Stimme „pinguinisch“ reden (piepsen)
  • Argumente Lachen: mit dem Finger „drohen“ und dabei lachen
  • Hexenlachen: Krumm gehen und humpeln und den rechten Zeigefinger krümmen und wie eine Hexe hinterhältig kichern, hihi, hihi, hihi,…

Alle Übungen können alleine oder mit anderen zusammen gemacht werden.

Können Sie Lachyoga wirklich nichts abgewinnen, dann bringen Sie sich gegen seitig einfach anders zum Lachen. Vielleicht schneiden Sie oder Ihr Partner oder Partnerin gerne Grimassen oder erzählen sich immer wieder zwischendurch einen Witz. Wie auch immer versuchen Sie auch in der schwierigen Zeit den Humor nicht zu kurz zu kommen und sich zu entspannen und loszulassen. Es muss nicht alles perfekt sein und sofort funktionieren oder umgesetzt werden.

Diesen Spruch, den ich vor kurzem gehört habe, möchte ich Ihnen noch mitgeben: Es gibt Pessimisten und es gibt Optimisten – beide werden versuchen ihr Ziel zu erreichen! :-D

In diesem Sinne viel Spaß und viele lustige Momente mit Lachyoga oder mit Ihren eigenen Lachstrategien!

Linkempfehlungen:

Buchtipps:

  • Lachen wir uns gesund! Anleitung zum Glücklich sein.
    Barbara Rütting
    München, Herbig, 2001
  • Humor: An Ihrem Lachen soll man sie erkennen.
    Vera F. Birkenbihl
    Frankfurt:mvg-Verlag 2003
  • Lachen ohne Grund
    Dr. Madan Kataria
    Verlag Via Nova, D-36100 Petersberg 2002

Gestärkte Kinderrechte:

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Über die Autorin/den Autor:

Heidi Richter-Jursitzky

Mag.a

Heidi unterstützt die Kinder im KinderParlament seit mehr als 14 Jahren. Die Arbeit mit den Kindern ist für sie einzigartig, weil die Kinder so vielseitig und ideenreich sind und sie genau wissen, was ihnen wichtig ist.

Wir geben den Kinderrechten eine Stimme!