Nein. Das ist (üblicherweise) die Antwort darauf. Und die kennen wohl alle, die ein Kind mit dem Argument „Das ist gesund, iss das“ zu überzeugen versuchen.

Doch was wollen bzw. was brauchen Kinder in Bezug auf eine gesunde Kost? Mein Vorschlag: Eine Mischung aus einem entspannten Zugang, Fantasie und einem grundsätzlich vielseitig und ausgewogen gedeckten Tisch. Auf das Argument „Gesundheit“ sollte möglichst verzichtet werden.

Nicht missverstehen, das was auf den Tisch kommt, soll schon gesundheitsförderlich sein! Man sollte aber nicht extra darauf hinweisen, dass die Speise jetzt gesund ist. Dafür soll mehr Augenmerk darauf gelegt werden, dass was auf den Tisch kommt, gut schmeckt und gut aussieht. Hier kommen die Fantasie und die Kreativität mit ins Spiel.

"Das Wichtigste am Essen ist für mich persönlich, dass es schmeckt. Gesund und ungesund zu essen ist kein Widerspruch. Wichtig sind das Mengenverhältnis sowie Vielfalt und Abwechslung."
Martina Steiner, Initiative GEMEINSAM G´SUND GENIESSEN

Kreativität ist gefragt

Hier ein paar Beispiele:

  • Wird gekochtes Gemüse abgelehnt, kann man zum Beispiel süßes, knackiges, rohes Gemüse wie Karotten und roten Paprika versuchen (jedenfalls aber klein/mundgerecht schneiden und schön anrichten.
  • Wer etwas mehr Zeit hat kann Gemüsegesichter aufs Butterbrot legen oder Gemüsespieße anbieten).
  • Fein püriert wird auch gekochtes Gemüse eher gegessen.
  • Bei absoluten Gemüsemuffeln kann man versuchen mit ein paar knackigen Backerbsen die Gemüsecremesuppe interessanter zu machen.
  • Wird Vollkorn abgelehnt, versucht man es zum Beispiel mit Vollkornknäckebrot. Das Knacken ist für viele Kinder unwiderstehlich.
  • Oder man kauft die hellsten Vollkornnudeln mit der Bezeichnung „Vollkorn“. Nach dem Kochen ist kein Unterschied zu einer weißen Nudel zu erkennen (versprochen!). Der gesundheitliche Mehrwert durch mehr Mineralstoffe ist aber jedenfalls gegeben.

Wir Erwachsenen sind Vorbilder

Problematisch ist es aber, wenn diese schön und kreativ angerichteten Speisen nur von den Kleinsten gegessen werden sollen und Mama/Papa isst etwas Anderes. Kinder beobachten uns ständig und ahmen uns nach. Warum sollte es beim Essen anders sein? Deshalb ist die Vorbildwirkung auch so wichtig!

Essen gemeinsam zubereiten

Trotz Vorbildwirkung und Fantasie kann es aber trotzdem vorkommen, dass die Kleinen Essen einfach ablehnen. Dann heißt es Geduld bewahren und es beispielsweise mit gemeinsamem Kochen probieren. Der Stolz etwas selbst zubereitet zu haben, hilft oft beim ersten Kostversuch.

Die Einbindung der Kinder bei der Zubereitung der Speisen wurde auch bei einer Metastudie als ein Faktor für eine bessere Ernährungsgesundheit identifiziert. Weitere Faktoren waren gesunde Lebensmittel, Vorbildwirkung, eine angenehme Atmosphäre am Tisch, ein ausgeschalteter Fernseher und eine längere Ess-Dauer.

"Versuchen Sie auch in Zeiten wie diesen den einen oder anderen Tipp umzusetzen. Seien Sie aber nicht allzu streng, wenn es nicht gleich klappt. Sorgen Sie insbesondere für ein Zuhause, in dem sich Ihr Kind/Ihre Kinder wohlfühlen."
Martina Steiner

Linktipps:

Gestärkte Kinderrechte:

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Über die Autorin/den Autor:

Martina Karla Steiner

 

Martina hat Ernährungswissenschaften studiert, kocht leidenschaftlich gerne und baut ihr eigenes Gemüse an. Im Zuge der Initiative GEMEINSAM G´SUND GENIESSEN ist sie unter anderem für das Thema Essen und Trinken im Kindergarten/in der Kinderkrippe zuständig.

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