Kinder brauchen Beteiligungsmöglichkeiten im familiären Umfeld.

Werden Tagesabläufe gemeinsam mit den Kindern besprochen und gestaltet, fördert dies die Motivation, Verbindlichkeit und Bereitschaft zur Umsetzung.

Partizipation von Kindern als Mitbestimmungsmöglichkeit in gesellschaftlichen Belangen bezieht sich oft auf Kindergärten, Schulen oder politische bzw. kommunale Bereiche. In der derzeitigen Situation aber auch darüber hinaus stellt sich die Frage, wie sie innerhalb der Familie gelebt werden könnte.

Werden die Meinung und Bedürfnisse der Kinder auch zuhause ernst genommen, kann dies zu weniger Reibung und einer Entlastung der Eltern führen.

Wie können Kinder daheim miteinbezogen werden?

Hier haben wir einige Beispiele:

„Wünscheplakat“:

Für jedes Familienmitglied gibt es genug Platz, seine Wünsche für die kommenden Tage oder Wochen aufzuschreiben. Kinder und Eltern schreiben ihre Wünsche, Erwartungen und Vorstellungen auf – dann kann diskutiert, ergänzt, rausgestrichen, unterstrichen und verhandelt werden…

Gemeinsam Struktur schaffen:

Eltern und Kinder erstellen gemeinsam einen Tagesplan. Hier sollen Zeiten für Gemeinsames und auch genügend Arbeits- bzw. Lern- und Freizeit Platz finden.

Lernziele:

Kinder sollten selbst beim Lern- und Übungspensum des Tages mitbestimmen dürfen. Die Eltern fragen das Kind, was es heute vorhat. Definieren Sie gemeinsam erreichbare Ziele und besprechen Sie am Abend das Ergebnis. Gelungenes verdient Anerkennung, nicht Gelungenes Verständnis!

„Menüplan“ für die Woche:

Größere Kinder übernehmen das Vorbereiten und Kochen, kleinere helfen mit. Alle dürfen sich ein Gericht oder einen Menügang sowie die diversen Kochschritte oder Hilfstätigkeiten aussuchen. Zumindest sollten alle alles kosten! Menüpläne haben den zusätzlichen Vorteil, dass man im besten Fall nur einmal pro Woche einkaufen gehen muss, da alles schon geplant und die Einkaufsliste geschrieben ist.

„Aufgabentausch“:

Aufgaben, die bisher gewissen Familienmitgliedern zugewiesen waren, können überdacht bzw. neu verteilt werden – jetzt da alle zu Hause sind (oder zumindest großteils). Wer arbeitet wann? Wer kümmert sich wann um welche Haushaltsangelegenheiten?

Familienkonferenz:

Kinder und Eltern setzen sich beispielsweise einmal in der Woche zusammen. Jedes Familienmitglied kann erzählen was in dieser Woche z.B. gut oder weniger gut gelaufen ist. Gemeinsam wird dann besprochen und diskutiert, was wie verändert werden könnte oder was als Nächstes ansteht.

Grundhaltung einnehmen:

Im hektischen Alltag wird schnell vergessen, dass wir Erwachsenen den Kindern aktiv und bewusst zuhören. Es gilt, ihnen Raum zu geben sich und ihre Meinung zu äußern und dies auch ernst nehmen.

Die Familienmitglieder könnten auch überlegen, wofür sie vor der Corona-Krise immer viel zu wenig Zeit hatten - vielleicht kann Einiges davon jetzt gemacht werden? Dabei sollte es nicht nur um Aufgaben oder Erledigungen gehen, sondern um Hobbies, Interessen oder einfach um Dinge, die uns guttun und uns entspannen.

Artikel 12 und 13 der UN-Kinderrechtekonvention sichern Kindern zu, dass sie ihre Meinung in allen sie berührenden Angelegenheiten frei äußern dürfen, und dass diese angemessen und entsprechend ihrem Alter und Reife berücksichtigt wird.
Das Österreichische Bundesverfassungsgesetz über die Rechte der Kinder besagt in Artikel 4, dass jedes Kind ein Recht hat auf angemessene Beteiligung und Berücksichtigung seiner Meinung in allen das Kind betreffenden Angelegenheiten, in einer seinem Alter und seiner Entwicklung entsprechenden Weise.

Danke an Kristina Gril und Martha Buchegger für den inhaltlichen Beitrag!

Interessante Links:

Gestärkte Kinderrechte:

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Über die Autorin/den Autor:

Sonja Buchegger

BSc.

Sonja ist im Kinderbüro für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Sie liebt es Worte an ihren Platz zu bringen und  strukturiert gerne. Oft fragt sie sich, was im Hintergrund passiert. Das mag mit ihrer zweiten Berufung zur Psychotherapeutin zusammenhängen.

Alle machen mal Fehler.