Die Pausenzeitung der Kleinen Zeitung feiert 2022 ihr 5-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass haben wir Redakteurin Katrin Fischer und Produktmanagerin Eva Unterüberbacher zum Gespräch gebeten.

Für alle Leute, die sie nicht kennen: Was ist die Pausenzeitung?

K.F.: Die Pausenzeitung ist eine Zeitung für Volkschulen. Andere Schulmagazine haben den pädagogischen Auftrag, das Lesen Lernen zu fördern. Wir wollen aber auch den Umgang mit der Zeitung und dem Thema Medien fördern. Deswegen werden Kinder in der Pausenzeitung sehr viele aktuelle Dinge finden. Es gibt zum Beispiel eine Einordnung zum Ukraine-Konflikt oder die Fragen: Was ist Solidarität? Was ist die Nato? Was ist Pressefreiheit? Es gibt aber auch Interviews von Kinderreporter:innen zum Beispiel zum Thema Wasserkraft. Das sind aktuelle Geschichten mit aktuellen Aufhängern. Das unterscheidet uns von allen anderen Produkten am Markt, weil es wirklich darum geht, dass die Kinder sich mit aktuellen Themen auseinandersetzen. Darüber hinaus stellen wir auch Berufsbilder in der Pausenzeitung vor. Man kann sich nicht früh genug damit auseinandersetzen, wie die Welt der Arbeit ausschaut. Die Kinder kennen meistens nur die Berufe der Eltern und der Tanten und Onkeln. Aber was gibt es da draußen wirklich? Wir stellen auch die Frage nach dem Gehalt, damit man einen Eindruck kriegt, wie die Welt der Arbeit so ist.

E.U.: Neben der Kinderzeitung wollten wir ein Produkt für die Schulen anbieten, um das aktuelle Weltgeschehen ins Klassenzimmer zu bringen. Die Lehrer:innen nehmen wahr, dass die Kinder sehr viel im Internet unterwegs sind und sie viele Themen aufschnappen. Den Kindern fehlt aber oft die richtige Information. Sie schnappen immer wieder kleine Infos auf, z.B. durch die Infoscreens, die meistens in den Großstädten vorhanden sind. Dort sehen sie nur Schlagzeilen und stellen sich dann selbst etwas darunter vor. Uns war es wichtig, dass wir Lehrer:innen ein Produkt zur Verfügung stellen, wo das gut aufbereitet zu finden ist. Die Pausenzeitung ist ganz anders einzusetzen. Du hast nicht für jedes Thema eine Aufgabe und Lösungen dazu, sondern du musst wirklich mit den Kindern darüber reden, was sie gerade lesen. Egal, ob es ein Politik-Thema ist oder ob es ein Thema ist, wo du glaubst das kriegen die Kinder gar nicht mit. Meistens kriegen sie es mit und haben Fragen dazu. Wir haben die Expertise, aktuelles Weltgeschehen kindgerecht aufzubereiten. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal sowohl bei der Kinderzeitung als auch bei der Pausenzeitung. Diese Form von Produkt gibt es in Österreich von keinem anderen Verlag.

Die Pausenzeitung schreckt auch vor schwierigeren Themen nicht zurück.

K.F.: Uns ist wichtig, gerade jetzt in Bezug auf den Ukraine-Krieg, dass unser Medium ein Safe-Space ist, wo Kinder nicht Gefahr laufen, nachhaltig verstört zu werden. Kinder hören Fetzen - Eva hat die Infoscreens erwähnt - und basteln sich ihre Erklärungen zusammen. Die sind in der Regel aber falsch, weil sie auf Annahmen basieren, die die Faktenlage nicht hergibt. Meistens sind das Dinge, die verstören. Deswegen finde ich es so wichtig, den Kindern die Informationen zu liefern, die sie brauchen, ohne schockierende Bilder zu zeigen. Elend und Zerstörung lassen sich auch anders erklären. Wir wollen Angst nehmen. Weil immer wieder die Frage kommt: „Sind das nicht zu krasse Themen, die ihr da aufgreift?“ Ich glaube nicht. Man kann jedes Thema kindgerecht erklären und Angst nehmen, wenn man den Kindern einen konstruktiven Ansatz mitgibt. Also immer das Positive suchen, das Trost Spendende. Kinder brauchen das Prinzip Hoffnung. Das Wort „Doomscrolling“ sagt eh schon alles. Man versumpft im Morast der schlechten Nachrichten und das will ich für unsere Leser:innen nicht. Ich will, dass sie sich auf ihre Zukunft freuen können.

Holt ihr auch Feedback von den Kindern ein, welche Themen sie interessieren?

K.F.: Ja. Wenn ich Kinder treffe, die die Kinderzeitung oder die Pausenzeitung lesen, dann frage ich sie, was sie lesen. Manchmal bekomme ich eines drübergezogen, wenn ein Witz nicht gepasst hat oder wenn sie einen Witz nicht verstanden haben. Das finde ich wichtig und richtig, dass die Kids ihr Feedback geben. Wenn das Feedback ist „der Witz hat nicht gepasst“, dann müssen wir das ernst nehmen und unsere Witze-Seite besser kuratieren. Wir sind auch an Schulen und fragen, was die Kinder lesen wollen. Wir haben das Reportercamp im Sommer und fragen dort, was die Kinder lesen wollen. Und wir haben Schülerpraktikant:innen und Kinderreporter:innen, die sich einbringen.

E.U.: Alle Produkte, wenn sie erscheinen, werden immer vorher mit der Zielgruppe besprochen. Damals bei der Kinderzeitung war das auch das so. Das habe ich noch im Kinderbüro gemacht. Da haben wir so eine Art Nullnummer gehabt, wo mit den Kindern alles besprochen wurde, was da drinnen ist. Einfach damit die Kleine Zeitung weiß, welche Themen die Kinder interessieren. Das war auch bei der Pausenzeitung und bei der Website so. Wir haben immer die Kinder vorher gefragt. Im Endeffekt muss es ein Produkt sein, das die Kinder gerne in die Hand nehmen. Etwas, das sie gerne lesen, wo sie ihre Themen finden und was von ihnen nicht als aufgezwungen wahrgenommen wird.

K.F.: Das funktioniert auch nicht. Bekommen Kinder eine Zeitung erzwungen vorgesetzt, nehmen sie das Heft einmal in die Hand - und dann nie wieder. Sie landet ungelesen im Altpapier und dann werden die Lehrer:innen oder die Eltern sie abbestellen. Das Feedback ist uns deshalb wichtig. Ich habe eine Studie von der Volksanwaltschaft gelesen, die gezeigt hat, dass in den untersuchten Medienberichten in Österreich nur zu 3 Prozent Kinder zu Wort gekommen sind. Das ist ein erschreckender Befund. Deswegen ist es uns wichtig, Kinder zu fragen was sie lesen wollen und sie in den Prozess miteinzubeziehen. Dass Kinder bei Interviews ihre Fragen stellen können und dass wir Kinder bei ihren Projekten besuchen. Das ist es auch, was das Produkt so erfolgreich macht: Wir lassen Kinder selbst erzählen und erzählen nicht über sie.

Weil ihr vorhin bereits Lehrende erwähnt habt

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, die feststellen, dass die Kinder immer mehr im Netz unterwegs sind: Ist ein Printprodukt in Zeiten von Social Media und Influencern für Kinder überhaupt noch interessant?

K.F.: Ich glaube schon. Vor allem, wenn ich so höre, was die Kids sagen. Die Kinderzeitung erscheint beispielsweise am Samstag. Das ist der Tag, wo die Eltern auch mit ihrer Printzeitung am Frühstückstisch sitzen. Das ist das erste Mal, wo die Kinder etwas für sich im Briefkasten finden und sie dann mit ihrer Zeitung am Frühstückstisch sitzen dürfen. Im Idealfall sind die Themen, die die Erwachsenen lesen, auch die, die Kinder sich in ihrer Sprache durchlesen dürfen. Ich bin kein Kind, aber ich glaube es ist ein unfassbar bestärkendes Gefühl, dass ich auf Augenhöhe ernstgenommen werde.

Die Pausenzeitung soll schon früh die Medienkompetenz von Kinder fördern.

E.U.: Prinzipiell lesen Kinder überall, egal ob sie in einer Zeitung lesen, auf einem Infoscreen oder ob im Internet. Bei der Website wollten wir eine offene Seite haben, wo jedes Kind sich informieren kann. Was dazukommt: Nicht jedes Kind hat ein Handy. Es gibt auch viele Kinder, die nur bestimmte Internet-Seiten besuchen dürfen, weil das die Voreinstellungen sind, die die Eltern getroffen haben. Sicher nehmen Kinder auch die ganzen Social-Media-Kanäle wahr. Bei unserer Website haben wir die Kinder vorab befragt, ob sie Social Media nutzen und auf welchen Kanälen sie unterwegs sind. Und wir haben uns gedacht, dass viel mehr Kinder auf Instagram oder Snapchat sind. Gerade da haben wir gesehen, dass die Volksschulkinder eigentlich das Nutzungsverhalten der Eltern haben. Sie kennen Instagram durch die Eltern und schauen da einfach mit. Wenige haben gesagt, dass sie einen eigenen Kanal haben. Wir würden nie zu den Kindern sagen: „Social Media ist schlecht. Ihr dürft das nicht machen, ihr seid viel zu jung.“ Unser Anspruch ist es, den Kindern zu erklären, warum es Altersbegrenzungen gibt. Wir haben das Thema auch in der Pausenzeitung aufgegriffen: Auf was musst du aufpassen? Sicher kannst du dich überall anmelden, aber was heißt das eigentlich, wenn du einen falschen Namen oder ein falsches Geburtsdatum angibst? Genauso erklären wir auch, dass man beim Bilder Hochladen vorsichtig sein sollte. Uns ist es wichtig, die Medienkompetenz zu fördern. Das machen wir mit den Printprodukten in Kombination mit digital. Die Kinder öffnen sich uns gegenüber und erzählen uns, wie sie etwas nutzen. Das ist unser großer Vorteil, weil so wissen wir, wie wir sie unterstützen können. Bei TikTok kennen sich Kinder oft besser aus als die Erwachsenen. Uns ist es aber wichtig zu erklären, dass auf solchen Plattformen viele Fake News unterwegs sind und man da aufpassen muss.

K.F.: Ich glaube, dass der Ausspielungskanal nebensächlich ist. Hauptsache sie lesen. Im Idealfall gelingt es uns, dass die Kinder lernen, den Wert einer Information zu schätzen. Sie sollen wissen, was eine gute und was eine schlechte Information ist und was Qualitätsjournalismus ist. Später, wenn sie erwachsen sind, sollen sie für sich diese Entscheidungen treffen können und diese Kompetenz im Umgang mit Informationen haben.

Ihr habt vorhin erwähnt, dass ihr nicht nur für, sondern auch mit Kindern arbeitet. Was sind da die Herausforderungen bzw. was ist besonders schön daran?

K.F.: Ich habe vorhin diese Studie erwähnt. Die zeigt für mich, dass es eine große Scheu gibt, mit Kindern im redaktionellen Alltag zu reden. Ich finde das schade. Mir bringt das zum Beispiel ganz viele Aha-Erlebnisse. Der Blick von Kindern auf die Welt ist ein anderer. Ich komme viel zum Lachen – allein, wenn ich montags mein Postfach aufmache und die E-Mails durchlese, die ich von Kindern bekomme. Das finde ich herzig, wenn ich daran denke, dass ein Kind am Wochenende am Computer ein E-Mail geschrieben hat. Es ist auch unfassbar schön, dabei zu sein, wenn sie sich bei Interview-Terminen selbst überwinden. Zu sehen, wie sie eine Rolle einnehmen, die sie so nicht gekannt haben, ist auch stärkend fürs Selbstbewusstsein. Im Zuge unserer 10-Jahres-Feier bei der Kinderzeitung haben wir ehemalige Kinderreporter:innen kontaktiert. Das fand ich rührend, was die erzählt haben. Einer hat erzählt, dass er damals in der Kinderzeitung etwas zu Pressefreiheit im arabischen Raum gelesen hat und jetzt seine Abschlussarbeit bei der Matura darüber schreibt. Eine hat mittlerweile eine eigene Kolumne bei einer Bezirkszeitung und studiert etwas mit Medien. Das ist rührend, wenn man sieht, dass die Kinderzeitung sie da ein Stück weit geprägt hat. Eine Sache, die mir noch wichtig ist: Wenn man mit Kindern arbeitet, ist das trotzdem etwas anderes als mit Erwachsenen. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Es ist mir immer wichtig, dass sie nicht so behandelt werden als müssten sie die volle Leistung bringen und perfekt sein in einer Situation. Fehler passieren auch Erwachsenen und das ist ganz normal. Kinder sollen nie etwas machen müssen, das sie in einer Situation nicht wollen. Auch bei Interviews soll sich nie jemand unwohl oder zu etwas gedrängt fühlen. Wir legen ihnen auch keine Worte in den Mund. Mir ist das wichtig, denn Kinder sind nicht perfekt darin, Dinge zu formulieren – bin ich auch nicht. Es ist teilweise holprig und das ist ok, weil sie ihr Bestes gegeben haben. So reden sie und sie sollen sich in ihrem Text wiedererkennen.

Was wünscht ihr euch für die nächsten 5 Jahre Pausenzeitung?

E.U.: In erster Linie ist es wichtig, dass die Lehrer:innen weiterhin sehen, dass wir versuchen, monatlich eine super Zeitung für den Unterricht herauszugeben. Wir versuchen, eine Unterstützung für sie zu sein und wichtige Themen aufzubereiten, die für den Schulunterricht passend sind. So wie ich sagen kann, dass ich früher die Spatzenpost gelesen habe, wäre es auch cool, wenn Kinder später mal sagen: „Früher habe ich die Pausenzeitung gelesen. Das war die einzige Zeitung, die es damals gegeben hat und da haben wir erklärt bekommen, was gerade in der Ukraine passiert oder was die Pandemie ist.“

K.F.: Was ich mir für die Kinder wünsche ist, dass wieder leichtere Zeiten anbrechen. Dass vielleicht nicht mehr Corona oder die Ukraine auf den Titelseiten zu finden sind, sondern auch mal andere Themen. „Klimakrise abgewandt“ zum Beispiel. Ich wünsche mir, dass sie wirklich Lust auf ihre Zukunft haben und dass sie angstfrei und mit Hoffnung in die Zukunft schauen können. Ich wünsche mir, dass wir mit unserem Produkt ein Stück weit dazu beitragen können, einen guten und positiven Blick auf die Welt zu finden.

Herzlichen Dank für das Gespräch!


Das Interview führte Jessica Braunegger. Sie findet Angebote wie die Pausenzeitung besonders wichtig, weil Medien ständige Begleiter im Alltag sind. Es ist nie zu früh, um Medienkompetenz zu erlernen.

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